- Work in progress -
Halbes Buch für Zweifuffzig?
Stephen Kings Versuch ist gescheitert. King veröffentlichte ein Buch im Internet Kapitel für Kapitel. Das nächste Kapitel sollte nur erscheinen, wenn genug Freiwillige für die Lektüre bezahlen würden.
Leider stand es mit der Zahlungsmoral nicht zum Besten. Zum Schluss sollen angeblich weniger als 50% der Leser bezahlt haben. Zu wenig für King, der schließlich von den Einnahmen leben muss.
Ein wenig blauäugig war der Versuch indes schon. Am Anfang hat es ja auch noch gut geklappt, aber mit jedem Kapitel nahm die Zahl der zahlenden Leser ab. Wie hätte King denn auch mit so etwas rechnen können? Das ist Internet ist doch auch sonst gar nicht der Ort, an dem kostenlos angebotene Dinge reißenden Absatz finden und bis zum bitteren Ende ausgenutzt werden.
Der Dumme ist wieder mal der ehrliche Leser, der brav seinen Obolus geleistet hat und nun mit einem halben Buch dasteht. Schließlich haben die Leser ja nicht nur für die einzelnen Kapitel bezahlt, sondern auch in der Hoffnung, am Ende das komplette Buch in Händen oder auf der Festplatte zu halten.
In den USA, dem Land der unbegrenzten Klage-Möglichkeiten müsste es doch machbar sein, King auf die Veröffentlichung der übrigen Kapitel zu verklagen. Mal ganz abgesehen von der seelischen Grausamkeit seiner Tat, denn der geneigte Leser will sicherlich wissen, wie das Buch endet. Ein halbes Buch ohne Ende macht nur wenig Sinn. Aber vielleicht regt es ja wenigstens die Phantasie der Leser an.
(Genaues Datum unbekannt)
| Dieser Beitrag wurde von Michael Kaesper am 3. Dezember 2005 um 16:03 veröffentlicht und unter Archivierte Kolumnen abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Kommentare und Pings sind momentan deaktiviert. |
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