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Mit dem Handy unterm Weihnachtsbaum
Just in diesem Moment flattert die Werbung für www.handyadventskalender.de auf meinen Tisch. Lässt man sich dort ab dem ersten Dezember registrieren, erhält man täglich weihnachtliche Grüße, Logos und Klingelmelodien auf das Handy.
Welche Freude da allmorgendlich beim Check des Handys herrschen wird: Was ist es heute, ein neuer Klingelton oder ein Logo? Nein, heute bloß ein witzig gemeinter Spruch. Nicht so toll – aber bis Heilig Abend ist ja noch Zeit. Morgen gibt es bestimmt etwas besseres.
So manch ein Handybesitzer wird sicherlich die Chance ergreifen, und sich anmelden, damit das mobile Klingelmonster wenigstens zu irgendetwas nütze ist, wenn sonst gilt: „Kein Schwein ruft mich an…“
Nun nerven die kleinen Gesellen nicht mehr nur mit einer fast unerkennbaren Fassung von Beethovens Neunter, sondern auch noch mit „Jingle Bells“ und „Oh du fröhliche.“ Dabei war das Handy einer der letzten Bastionen gegen die (vor-) weihnachtliche Dröhnung. Nichts konnte einen Bummel über den Weihnachtsmarkt so sehr stören wie ein einfallslos klingelndes Handy. Aber nun fällt es in der weihnachtlichen Klangwelt kaum noch auf, schließlich dringt aus jedem verfügbaren Lautsprecher in der City nichts anderes, wenn auch in besserer Qualität. Die kleinen Biester sind extrem anpassungsfähig.
Und natürlich eignet sich die Klingeltonsammlung auch ausgezeichnet für den Heiligen Abend. Nun holt Vater nicht mehr die Gitarre hervor, die Tochter reinigt nicht mehr ihre Blockflöte von der Spucke des letzten Jahres und Mutter ölt auch nicht mehr ihre Stimme, sondern die versammelte Familie zückt ihre Handys und stellt „Leise rieselt der Schnee“ als Klingelmelodie ein.
(Genaues Datum unbekannt)
| Dieser Beitrag wurde von Michael Kaesper am 3. Dezember 2005 um 16:01 veröffentlicht und unter Archivierte Kolumnen abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Kommentare und Pings sind momentan deaktiviert. |
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