Foto: Microsoft

Schön verpackt ist die Maus auf jeden Fall, sieht aus wie ein Modellauto. Also ein Karton mit Fenster, durch das man die auf einer Grundplatte befestigte Maus sehen kann. Damit das Fenster nicht kaputtgeht, ist es durch eine Pappklappe verdeckt, die mit einem Magneten geschlossen gehalten wird.

Zum Glück ist die Maus nicht auf der Grundplatte festgeschraubt, sondern nur mit dem Batteriefach eingehakt. Unter der Platte befindet sich der Mikro-Empfänger (kein Bluetooth), zwei AA-Batterien, ein Deckel für das Batteriefach sowie ein Verlängerungskabel für den Empfänger, falls man diesen näher an die Maus rücken muss.

Die Maus erinnert vielleicht ein bisschen an die diversen Logitech Pilot Modelle, allerdings ist der Buckel weiter hinten, damit vorne mehr Platz für die Finger bleibt. Sie ist auch fast so hoch eine Pilot-Maus, also nicht so wahnsinnig flach wie eine Magic-Mouse. Es gibt nur eine große Maustaste, anhand der Position der Finger erkennt die Maus, ob man links oder rechts geklickt hat. Das Apple-Konzept eben ;-) Heißt aber auch: Zum Rechtsklick muss man den linken Finger heben. Für MICH kein Problem, das mache ich nämlich bei einer normalen Maus unbewusst auch, dürfte aber vielen missfallen.

Es gibt oberhalb des Daumens einen zusätzlichen Touch-Bereich, der einzig und allein dazu dient, vor- bzw. zurückzublättern. Solange man keinen unruhigen Daumen hat, der ständig versehentlich auf den Bereich kommt, gibt es auch keine Fehlauslösungen.

Manche kritisieren eine schlechte Verarbeitung aufgrund scharfer Kanten. Das konnte ich nicht feststellen. Die Maus läuft natürlich insbesondere vorne sehr scharf zu, aber das ist das Design, kein Grat oder dergleichen.
Trotzdem erweckt die Maus nicht gerade den Eindruck, einen Gegenwert für den stolzen Kaufpreis zu bieten. Mehr als Plastik bekommt man nicht. Zudem ist besteht Unterseite aus weiß glänzendem Plastik. Das sieht billig aus.

Die Installation ist sehr einfach: Empfänger in den Rechner stecken, Batterien in die Maus und einschalten. Der Empfänger und die Maus finden sich automatisch, Windows 7 findet die Treiber und anschließend auch Microsofts „IntelliPoint“.

Soweit alles ganz schön, wenn auch ganz schön teuer; 79€ verlangt Microsoft für den Streichel-Nager. Auch schön ist, dass die Maus trotz ihre hohen Gewichts (wir erinnern uns: 2x AA) relativ gut gleitet, dass sie recht genau arbeitet und das die Gesten gut funktionieren und zuverlässig erkannt werden.

Da wären wir auch beim unschönen Teil. Die Gesten lassen sich nur ein- oder ausschalten, konfigurieren lassen sich die Gesten nicht. Eine andere Funktion auf den Daumenbereich legen? Geht nicht. Blättern lieber auf den großen Touchbereich legen? Geht nicht. Sinnvollere Funktionen auf die Gesten legen? Geht nicht, geht nicht, nichts geht. Außer an und aus eben.

 

Richtig unschön ist jedoch das Scrolling. Mit den Standardeinstellungen funktioniert Scrolling ganz gut im Internet Explorer und Mozilla Firefox. Allerdings scheint es eine tote Zone zu geben, in der die Maus nicht auf das Scrollen anspricht. Man muss den Finger schon recht weit bewegen, bis die Maus das Scrollen registriert. Und das tut sie dann oft zu motoviert. Das Scrollen fühlt sich dadurch sehr indirekt an. Wenn man in der IntelliPoint-Software die Scollbeschleunigung erhöht, wird das zwar deutlich besser, jedoch lässt sich dann nicht mehr vernünftig in allen Programmen scrollen. Der Windows Explorer scrollt in diesem Fall um zig Zeilen und wird damit unbedienbar. Es gibt zwar eine Liste, in die man Programme eintragen kann, die Probleme machen, sichtbare Auswirkungen hat das aber nicht.

Es scheint, als würde die Maus gar nicht als richtiges Touchgerät laufen, sondern ein Mausrad mit seinen Rasterungen imitieren. Daher fühlt sich das einfach nicht richtig an. Komisch dabei finde ich: Ich habe eine Logitech Anywhere MX Maus. Bei der lässt sich das Maurad ausrasten und dann frei (also ohne Rasterung) drehen. Dann hat man exakt dasselbe schöne direkte Scrollverhalten wie bei einer Magic-Mouse. Es geht also, nur nicht bei Microsoft.

Das merkwürdige Scrollverhalten war dann auch der Grund für meine Rücksendung an Amazon. Möglicherweise korrigiert Microsoft die Probleme noch. Ich wollte die Maus aber trotzdem nicht behalten. Zum einen ist nicht garantiert, dass die Fehler behoben werden, zum anderen hatte ich sie, um sie schnellstmöglich zu bekommen, zum Listenpreis von 79€ gekauft. Und das Geld ist sie auch mit besserem Treiber einfach nicht wert.